Alexander Wilhelm

Auf die Kleinigkeiten kommt es an.

Oft sind es gar nicht die großen, weltbewegenden Themen, die zeigen, welche Haltung jemand hat, sondern viel mehr die kleinen.

In unserem Fall sind es heute mal die Kürbiskerne, mit deren Hilfe wir manchen unserer ehrlichen Backwaren nicht nur ein dekoratives Äußeres verleihen, in dem wir die Kerne z. B. auf unsere Kürbisbrötchen streuen, sondern ihnen auch Geschmack hinzuaddieren.

Wir wollen es nicht beschwören, gehen aber mal davon aus, dass im Norden Deutschlands 99,99 % aller verwendeten Kürbiskerne aus China stammen: sehr langer Transportweg, viele CO2-Emissionen und keine Ahnung, was in den Kürbiskernen noch drin ist außer Kürbiskern.

Bei uns gibt es jetzt ausschließlich naturbelassene Kürbiskerne aus der Steiermark in EU-Bio-Qualität. Vorteile: deutlich kürzerer Transportweg, damit auch weniger Umweltbelastung, in gerösteter Form ein unvergleichlich nussiger Geschmack und keine unnötigen chemischen Zusatzstoffe.

Nachteil: der Einkaufspreis ist viermal so hoch wie die Kerne aus China.

Aber: Qualität hat ihren Preis, höhere Umweltverträglichkeit und besserer Geschmack sowieso.

Unsere wichtigste Zutat heißt Nachhaltigkeit.

Wenn wir von ehrlichen Backwaren sprechen, meinen wir damit nicht bloß traditionelles Bäckereihandwerk und den Verzicht auf Backhilfsmittel, Tiefkühl- und Fertigprodukte oder  sämtliche Zusatzstoffe. Uns geht es vielmehr um eine generelle Haltung, die unser Denken und Handeln bestimmt – in Bezug auf unsere Produkte, unsere Kunden, unsere Mitarbeiter, unsere gesellschaftliche Verantwortung und natürlich auch auf unsere Umwelt. Nachhaltigkeit eben.

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Strom kriegen wir auch gebacken.

Am liebsten arbeiten wir ja bekanntlich mit naturbelassenen Zutaten aus der Region: Wasser, Mehl, Eier, Butter, Milch und vieles mehr. Und jetzt kommt auch noch die Sonne dazu, mit deren Hilfe wir unseren eigenen Strom produzieren.

Im Sommer 2019 haben wir auf dem Dach der Gläsernen Backstube in Scharmbeck eine Photovoltaikanlage mit 312 Solarmodulen installieren lassen, die ziemlich genau 100 Kilowatt naturbelassenen, sauberen Strom pro Stunde produziert. Erstmal nur 100 Watt deswegen, weil wir mit jedem Watt mehr, das wir produzieren würden, eigentlich keine Backstube mehr wären, sondern ein gewerblicher Stromanbieter. Jetzt haben wir einen Weg gefunden,  soviel Strom zu produzieren wie die Anlage hergibt und trotzdem nicht die Branche wechseln zu müssen. Überschüssige Energie wird in das allgemeine Stromnetz eingespeist. Wir backen also komplett energieautark und liefern auch noch Strom für euch.

So geht nachhaltig!

Besuch aus Berlin.

Unsere Zutaten sind regional, aber unser Ruf reicht offenbar weit über Niedersachsen hinaus: Am 16. April war Robert Habeck, der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, bei uns zu Besuch.

Anlässlich seiner Wahlunterstützungstour für Susanne Menge, der Bürgermeisterkandidatin für Winsen (Luhe), wollte der derzeit bekannteste Politiker Berlins endlich mal einen guten Kaffee und ein paar hausgebackene Kekse genießen.

Ja, das auch, aber viel wichtiger war es ihm, hier einen Betrieb zu besuchen, der das Thema Nachhaltigkeit ernst nimmt. Und da ist er bei uns ja genau richtig, für Kaffee und Kekse sowieso.

Im Gespräch mit Frank Soetebier und Heidi Böttcher zeigte sich der Obergrüne von soviel Engagement in Sachen nachhaltiger Ernährung, regionaler Landwirtschaft, Integration von Flüchtlingen und glücklichem Unternehmertum beeindruckt. Ob Herr Habeck dabei sogar etwas über notwendige politische Entscheidungen gelernt hat, bleibt vorerst sein Geheimnis.

Jedenfalls bleiben wir in Kontakt und arbeiten mit den Grünen gemeinsam an einem Siegel/Zertifikat für wirklich nachhaltig erzeugte Lebensmittel.

 

Qualität kommt von quälen. Und von können. Und von machen.

Das Deutsche Brotinstitut e. V. hat umfangreiche Qualitätstests durchgeführt und viele unserer Brote & Brötchen mit der Note „Sehr gut“ bewertet. Wir bedanken uns ganz herzlich dafür und freuen uns mächtig. Glück, könnte man sagen, treffender ist aber, dass sich der unermüdliche Einsatz unserer Bäckermeister und des Chefs in der Gläsernen Backstube völlig verdient ausgezahlt hat: Neben eigens für uns angebautem Mehl, das ohne Phosphate und mit möglichst wenig Dünger. Danke, Männer, wir sind stolz auf euch.